Geschichte

Geschichte

Vorgeschichte – eine neue Bewegung

In den Jahren nach 1930 und 1940 sind auch in Obwalden lose Gruppierungen und Sektionen der Christlichen Gewerkschaften und der Katholischen Arbeiter- und Angestelltenbewegung (KAB) entstanden. So entwickelte sich in Obwalden, neben den bereits bestehenden Parteien, der damaligen Katholisch-konservativen Volkspartei, heute CVP, und der Liberalen Partei Obwalden, heute FDP, eine eigentliche „neue Bewegung“. Diese war parteipolitisch noch nicht gebunden und nahm sich in den Ortsgruppierungen vor allem sozialen Fragen und Problemen der Arbeitnehmerschaft an. Das Bekanntwerden von Bemühungen um die Gründung einer weiteren Partei auf sozialistischer Grundlage in Obwalden intensivierte und beschleunigte dann die Vorbereitungen der damaligen CSP-Gründungsmitglieder von 1954 zur Gründung einer eigenen Partei. Im selben Jahr wurde das erste CSP-Programm erarbeitet und veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an war auch klar, dass die in Gründung stehende CSP Obwalden als selbständige C-Partei, neben der damaligen Kath. Konservativen Partei, künftig politisch aktiv sein würde.

Gründung 1956 – unter dem Dach der CVP

Bei der Gründung der Partei 1956 haben CSP und die Kath. Konservative Partei per Vereinbarung festgehalten, dass beide Parteien in Obwalden als selbständige politische Gruppierungen gelten, aber in gemeinsamer Fraktion politisch tätig sind. Gleichzeitig wurde das gegenseitige Bemühen um gemeinsame Beschlüsse, wie auch das Zugestehen von je eigenständigen Meinungsäusserungen der Parteien festgehalten.Schweizerisch waren damals beide Parteien der CVP angeschlossen. Die CSP Obwalden ordnete sich der „Christlichsozialen Parteigruppe“ innerhalb der CVP Schweiz zu und arbeitete dort auch aktiv mit. Als 1970 die damalige „Konservativ-christlichsoziale Volkspartei“ ihren Namen in Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) änderte, verzichteten die christlichsozialen Parteien der übrigen Kantone auf ihren angestammten Namen und integrierten sich als Parteigruppen in die neue CVP und deren Fraktion. Die CSP Obwalden blieb nach dieser Parteireform (wie auch die CSP Oberwallis) als Kantonalpartei selbständig, aber unter dem Dach der CVP Schweiz.

Selbständige Fraktion

Die CSP Obwalden verstand sich aber ist seit ihrer Gründung als selbständige Partei und trat fortan mit allen Rechten und Pflichten einer Kantonalpartei innerhalb der CVP Schweiz auf. Die Fraktionsgemeinschaft mit der CVP Obwalden dauerte bis 1982. Nach einem von der CSP selbständig geführten, aktiven und erfolgreichen Wahlkampf kündigte die CVP die Fraktionsgemeinschaft auf. Seit 1982 politisiert die CSP-Fraktion auch im Obwaldner Kantonsrat selbständig und unabhängig.

Weiterentwicklung- Positionierung

Nach Auseinandersetzungen mit der CVP Obwalden und internen Positionsdiskussionen trat die CSP Obwalden 2002 aus der CVP Schweiz aus. Von 2005-2009 pflegte die CSP Obwalden als assoziiertes Mitglied Kontakte zur unabhängigen CSP Schweiz, welche damals noch mit einem Nationalratsmandat in der Bundesversammlung vertreten war. Seit 2010 ist die CSP Obwalden in keine nationale Gruppierung mehr eingebunden, sie politisiert – christlichsozialem Gedankengut verpflichtet – ausschliesslich auf kantonaler Ebene.

Bei den Nationalratswahlen von 2011 konnte die CSP Obwalden erstmals in ihrer Geschichte ein nationales Mandat gewinnen. Damit stellt sich die Frage der nationalen Anbindung erneut, hat sich doch Nationalrat Karl Vogler in Bern der CVP- Fraktion angeschlossen.

CSP Nationalräte

Karl Vogler, Lungern 2011-

 

CSP Obwalden: Wahlen und Zahlen

Seit der Gründung ist die CSP im Kantonsrat und in den Gemeinderäten und den Gerichten vertreten; seit 1960 trägt sie auch Regierungsverantwortung.

Regierungsräte

Ignaz Britschgi, Sarnen 1960-1974
Alfred von Ah, Giswil 1974-1990
Hans Hofer, Lungern 1990-2009
Hans Matter, Alpnach 1996-2009
Franz Enderli, Kerns 2009-

 

Kantonsrat

Bei den Kantonsratswahlen 1994 erreichte die CSP ihre bisher höchste Sitzzahl. Als Wahlsiegerin erhöhte sie ihre Mandate von 7 auf 10 (von 55) bei ca. 18 % Stimmenanteil. Bei den Wahlen 1998 erreichte sie ihren höchsten Stimmenanteil von gut 20% und konnte die 10 Sitze halten. Die Wahlen 2002 brachten zwei Sitzverluste. Diese beiden Sitze konnten bei den Kantonsratswahlen 2006 wieder zurückgewonnen werden. In der aktuellen Legislaturperiode (2014 – 2018) ist die CSP mit 7 Kantonsräten (davon 3 Frauen)  im Parlament vertreten (Sarnen 1, Kerns 1, Alpnach 3, Lungern 1, Giswil 1).

Gemeinderat

Gegenwärtig ist die CSP in den Einwohnergemeinderäten von Sarnen (1 Sitz), Alpnach (1 Sitz), Sachseln (1 Sitz) und Giswil (2 Sitze) vertreten.

Bei Wahlen darf unsere Partei jeweils neben unseren eigenen Mitgliedern auch auf eine breite Unterstützung zahlreicher Sympathisantinnen und Sympathisanten zählen.